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  • Was ist Qualitätssicherung in der Übersetzung?

    33 minutes

    Die Qualitätssicherung in der Übersetzung – oder kurz „TQA“ für „Translation Quality Assurance“ – ist ein Paket an planmäßigen und systematischen Maßnahmen, das Unternehmen schon vor der Inverkehrbringung eines übersetzten Produkts die beruhigende Gewissheit gibt, dass die Qualitätsvorgaben eingehalten werden.

    Schon ein falsch übersetzter Kernbegriff kann eine Nichtkonformität, einen Produktrückruf oder die Beschädigung des Ansehens einer jahrelang mühsam aufgebauten Marke auslösen. Daher ist TQA auch nicht mehr ein allerletzter Checkpoint am Ende eines Projekts. Vielmehr begleitet sie den gesamten Produktionsablauf – ob bei vollständig menschlicher Übersetzung oder KI-gestützt und maschinell generierten Inhalten.

    Wenn unsere über 25-jährige Erfahrung in der Konzeption ISO-zertifizierter Arbeitsabläufe in 220 Sprachen uns eines gelehrt hat, dann das: Qualität ist etwas, das im Prozess verankert sein muss, und nicht einfach nur eine abschließende Inspektion. In diesem Leitfaden erfahren Sie Folgendes:

    •  Was Qualitätssicherung in der Übersetzung ausmacht und was sie von Qualitätskontrolle unterscheidet.
    • Welche Fehler ein professioneller QA-Prozess abfängt und welche Maßnahmen und Hilfsmittel dahinterstehen.
    • Wie KI-Geschwindigkeit und menschliches Urteilsvermögen kombiniert werden, ohne Geheimhaltungspflichten zu verletzen.

    Qualitätssicherung in der Übersetzung: Definition und Zweck

    Bei Seprotec setzen wir Qualitätssicherung in unserem gesamten Spektrum an Sprachservices an. Ob Fachübersetzen und Dolmetschen oder Management geistigen Eigentums: alle Services beruhen auf der gleichen strukturierten, zertifizierten Herangehensweise. Nach ISO 9001 und ISO 17100 ist die Qualitätssicherung ein Paket aus geplanten und systematischen Maßnahmen, die das Vertrauen herstellen sollen, dass ein Produkt oder ein Service die festgelegten Qualitätsanforderungen erfüllt.

    Doch hierin verbirgt sich eine Nuance, die oft untergeht. QA bedeutet nicht unbedingt die Lieferung der bestmöglichen denkbaren Qualität. Vielmehr ist sie eine Zusicherung, dass das vereinbarte und vorab festgelegte Qualitätsniveau zuverlässig, durchgängig und in jeder Sprache erreicht wird. Denn die Qualitätsanforderungen an das Handbuch zu einem medizinischen Gerät, an eine Marketing-Kampagne und an eine intensiv genutzte Wissensdatenbank für Support-Leistungen können ganz unterschiedlich ausfallen. TQA ist das System, mit dem wir sicherstellen, dass der jeweilige Standard durchgängig eingehalten wird.

    Kurz gesagt: Qualitätssicherung ist das System. Die Qualitätskontrolle ist die Prüfung.

    Die Rolle der TQA in professionellen Übersetzungs-Workflows

    Bei Seprotec ist die Qualitätssicherung integraler Bestandteil des Workflows, kein nachträglicher Extraschritt. Jedes von uns abgewickelte Projekt folgt einem zertifizierten Qualitätsprozess, der sich an den mit dem Auftraggeber vereinbarten Schritten orientiert. Ein typischer ISO 17100-konformer Ablauf könnte wie folgt aussehen:

    • Vorproduktion: Analyse der Anforderungen, Einrichtung der Terminologie, Ausarbeitung von Styleguides und Prüfung der Eignung von Übersetzenden.
    • Produktion: Workflow aus Übersetzung, Nachbearbeitung und Lektorat mit fachlich qualifizierten Lektorierenden für regulierte Branchen wie Biowissenschaften.
    • Prozessbegleitende QA: automatisierte Qualitätskontrollen, Konsistenzprüfungen und Formatierungsprüfung.
    • Nachproduktion: Abschließendes Lektorat, auftraggeberspezifische Prüfungen und Validierung der Lieferung.
    • Laufend: LQA-Bewertungen, Feedback von Auftraggebern, Erfassung von Leitungskennzahlen und deren Entwicklung sowie regelmäßige Qualitätsbewertungen.

    So wird Qualität durch den Prozess selbst sichergestellt, nicht erst durch nachgelagerte Überprüfungen.

    Qualitätssicherung oder Qualitätskontrolle in der Übersetzung?

    Die beiden Begriffe werden oft synonym verwendet, obwohl sie es nicht sind. Wortklauberei? Nein, denn der Unterschied wirkt sich auf den gesamten Prozess aus.

     Qualitätssicherung (QA)Qualitätskontrolle (QC)
    Was es istDas SystemDie Überprüfung
    SchwerpunktProzess und GovernanceEinzelne Leistung
    HerangehensweiseProaktivReaktiv
    ZielProzessinterne FehlervermeidungErkennung und Behebung aufgetretener Fehler
    ReferenznormenISO 9001, ISO 17100Anwendung im Rahmen der Gesamt-QA
    Kernfrage„Können wir diesem Produktionsprozess vertrauen?“„Enthält diese Übersetzung Fehler?“

    Beides ist erforderlich, aber die QA ist die Grundlage. Ohne ein stimmiges Gesamtsystem werden Qualitätskontrollen zu endlosen, teuren Aufräumarbeiten.

    Die Bedeutung von Qualitätssicherung in der Übersetzung

    TQA dient nicht nur der Zieltextqualität, sondern schützt Ihre Gewinne, Ihren guten Ruf und Ihre Einstufung bei Regulierungsbehörden. Sie ist somit kein Kostenpunkt, sondern eine Investition, die sich wie folgt bezahlt macht.

    Verringerung von sprachlichen und terminologischen Fehlern

    Uneinheitliche oder falsche Terminologie zählt zu den häufigsten – und kostspieligsten – Fehlern im multilingualen Content. Ein robuster TQA-Prozess beinhaltet die automatische Verwendung von freigegebenen Glossaren, Unwortlisten und Benennungskonventionen durch Terminologie-Prüfungen und Translation Memorys (TMs). So werden in jedem Dokument, in jeder Sprache und mit jeder Aktualisierung die richtigen Termini auf gleiche Weise verwendet. Das Ergebnis ist geringerer Prüfaufwand, schnellere Lieferung und geringere Gesamtkosten.

    Sicherstellung eines marktübergreifend konsistenten Markenauftritts

    Ihre Markensprache ist eine Ressource. Doch ohne Qualitätssicherung verliert sich diese Sprache, sobald sie eine Grenze überquert: verschiedene Übersetzende interpretieren den Ton unterschiedlich, Kernaussagen verschieben sich, und am Ende erlebt ein Kunde in Tokio Ihre Marke nicht mehr so wie ein Kunde in Berlin. Zentralisierte, in die Gesamt-QA eingebettete Translation Memorys und Styleguides sorgen dafür, dass Markenkommunikation weltweit die gewünschte Aussage und Markenwahrnehmung trifft.

    Hilfe bei der Einhaltung von Regulierungen und Industriestandards

    In Sektoren wie Biowissenschaften, Recht, Automobilbau und Finanzen sind Übersetzungsfehler nicht nur ein kosmetisches Problem. Sie können eine Nichtkonformität bedeuten und juristische sowie sicherheitsbezogene Konsequenzen nach sich ziehen. Normen wie ISO 17100 (Übersetzungsdienstleistungen), ISO 13485 (Qualitätsmanagement für Medizinprodukte) und ISO 9001 (Qualitätsmanagement) sorgen für auditsichere Governance, Rückverfolgbarkeit und ein Lektorat durch eine zweite Fachperson, wie in stark regulierten Branchen gefordert.

    Typische durch TQA abgefangene Fehler

    Ein professioneller QA-Prozess beinhaltet die Zuordnung von Fehlern zu klar umrissenen Kategorien, so dass diese Fehler systematisch gemessen, nachverfolgt und behoben werden können. Die folgende Tabelle veranschaulicht den Prozess, mit dem unsere Lektorierenden jedes Ausgangs- und Zielsegment prüfen.

    FehlerkategorieInhaltQA-Hilfsmittel zur Erkennung
    TerminologieNichteinhaltung von Glossaren, falsches Sprachregister für das Zielpublikum, Verwendung von Unwörtern, uneinheitliche TerminologieAutomatische Terminologie-Prüfwerkzeuge (Xbench, Verifika, in CAT-Tools integriert) + menschliches Lektorat
    SinnFalschübersetzung, Auslassung oder Hinzufügung, falsche Zahlen, andere inhaltliche ProblemeMenschliches Lektorat mit segmentweisem Abgleich von Ausgangs- und Zieltext
    GrammatikGrammatik-, Satzbau-, Rechtschreib- und ZeichensetzungsfehlerAutomatische Rechtschreib-/Grammatikprüfung + menschliches Lektorat
    StilUnschöne oder unidiomatische Formulierung, falsches Sprachregister, Verstöße gegen den StyleguideMenschliches Lektorat durch Fachpersonen der Muttersprache
    Format & LayoutVerstöße gegen Zeichenbegrenzungen, falsche Leerzeichen, Tag- bzw. Markup-Fehler und LayoutproblemeAutomatische Qualitätsprüfungen in CAT-Tools + Kontextlektorat im Layout
    Kulturelle AnpassungFehlanpassung an die Zielkultur, unpassende Datums-/Zahlen-/WährungsformateMenschliches Lektorat, Prüfung im Kontext bei digitalen Produkten

    Ein Hinweis zur Terminologie: Nicht jeder Text muss streng konsistent formuliert sein. In Marketing oder Wirtschaft ist eine abwechslungsreiche Ausdrucksweise oft die richtige Wahl.

    So funktioniert der Prozess zur Qualitätssicherung in der Übersetzung

    Ein ausgereifter TQA-Prozess beinhaltet automatisierte und manuelle Prüfungen in einer vorgegebenen Abfolge. Das kann in der Praxis wie folgt aussehen.

    Automatisierte Qualitätsprüfungen

    Vor jeder manuellen Überarbeitung öffnen die Lektorierenden das Dokument im gleichen CAT-Tool, in dem es auch übersetzt wird, und lassen automatische Prüfroutinen durchlaufen. Das System weist dabei auf mögliche Fehler in diversen Kategorien hin (Auslassungen, Verstöße gegen Zeichenbeschränkungen, überflüssige Leerzeichen, falsche Zeichensetzung, Zahlen- und Tag-Fehler); hierfür kommen ins CAT-Tool integrierte Prüfungen sowie eigenständige Tools wie Xbench oder Verifika zum Einsatz. So werden formelle Fehler sofort erfasst, und unsere menschlichen Expertinnen und Experten haben mehr Zeit für alle Situationen, die ein menschliches Urteil erfordern.

    Menschliches Lektorat

    Anschließend vergleichen qualifizierte Linguistinnen und Linguisten Ausgangs- und Zieltext, um zu überprüfen, was keine automatisierte Prüfung vollständig beurteilen kann: Sinn, Terminologie im gegebenen Kontext und Konsistenz. Die Einhaltung von Glossaren und Anweisungen wird ebenso überprüft wie die sprachliche Angemessenheit für die Zielgruppe und mögliche Fehler in den Bereichen Terminologie, Sinn, Grammatik und Stil. Je nach Service-Level und angeforderter Prüftiefe können 25 % bis 100 % des gesamten Texts lektoriert werden. Unsere Fachübersetzungsservices werden standardmäßig in drei vorgegebenen Service-Leveln angeboten:

    Service-LevelUmfang der PrüfungTextabdeckungAm besten geeignet für
    Übersetzung + LektoratSprachliche Prüfung des Ausgangstexts gegen den Zieltext25 % / 50 % / 75 % / 100 %Übliche Fachtexte, technische Dokumentation
    Übersetzung + kürzeres LektoratSprachliche Prüfung nur des Ausgangstexts (ohne Vergleich gegen den Zieltext)24 % / 49 % / 74 % / 99 %Zuvor übersetzte Inhalte, weniger strikte Prüfdurchläufe
    Übersetzung + QCNicht-sprachliche Prüfung gegen den Ausgangstext: Format, Zahlen, Vollständigkeit, Konsistenz98 %Umfangreiche strukturierte Inhalte

    Der von uns bereitgestellte Workflow entspricht immer dem mit dem Auftraggeber vereinbarten Service-Level. Wenn aus einem bestimmten Grund (z. B. Dringlichkeit) ein einfacherer Workflow benötigt wird, ist dies mit vorheriger Zustimmung des Auftraggebers umsetzbar.

    Prüfung und Validierung im Kontext

    Bei Texten für Software, Websites und E-Learnings sind durch die Systemoberfläche bedingt weitere Kriterien relevant. Daher wird im Rahmen der linguistischen Tests und der Validierung im Kontext bestätigt, dass die Übersetzung – auch in Sprachen mit Leserichtung von rechts nach links – im fertigen Produkt richtig angezeigt wird, in die Textbereiche passt und sich auch im Zusammenhang natürlich liest.

    Finale Abnahme und Lieferung

    Der Prozess endet mit einer finalen Überprüfung, auftraggeberspezifischen Prüfungen, der Lieferbestätigung und einem Bewertungsschritt. Jede Aufgabe wird von der Person im folgenden Schritt bewertet, die Rückmeldung wird archiviert, und eventuelle Nichtkonformitäten werden dokumentiert und für die Behebung vorbereitet. Auf diese Weise wird eine kontinuierliche Verbesserung sichergestellt, und aufgefallene Probleme werden nicht nach der Lieferung einfach ausgeblendet.

    Tools und Technologien für die Qualitätssicherung in der Übersetzung

    Technologie macht eine durchgängige, skalierbare QA erst möglich. Die richtige Lösung vereint Prüfungen in Echtzeit mit zentralen Ressourcen und intelligenter Automatisierung.

    Translation Management Systeme und QA-Funktionen

    Ein Translation Management System (TMS) bildet die operative Grundlage für die QA. Es gibt Workflows vor, speichert Projektdaten und Bewertungen, hält den prozentualen Fortschritt der Überprüfung nach und macht den Fortschritt sowie Qualitätskennzahlen auf Projekt-Dashboards sichtbar – komplett mit automatischen Warnungen im Falle einer Abweichung. CAT-Tools mit integrierter QA erfassen Terminologie-, Format- und Konsistenzfehler live während der Arbeit am Zieltext.

    KI-gestützte Qualitätsevaluierung und Automatisierung

    KI verleiht QA-Toolkits ganz neue Möglichkeiten. So werden mit der automatischen Qualitätsevaluierung (AQE) Übersetzungen in Echtzeit ausgewertet, um zu prognostizieren, wo am ehesten menschliche Aufmerksamkeit erforderlich ist. Workflows mit automatischem Post-Editing (APE) und Post-Editing von Machine Translation beschleunigen die Übersetzung großer Textmengen. Die KI ersetzt kein kompetentes Urteil, aber richtig eingesetzt kann sie der menschlichen Fachkenntnis Räume schaffen, in denen sie den größten Mehrwert bietet.

    Terminologiemanagement und Translation Memorys

    Zentrale Translation Memorys stellen projekt- und sprachenübergreifende Konsistenz her, während Termbanken für die Nutzung freigegebener Terme mit automatisierter Validierung sorgen. In Kombination stellen sie den wichtigsten einzelnen Hebel für Qualität und Effizienz dar – sie verringern Fehlerzahlen, senken die Kosten durch Wiederverwendung vorhandener Texte und stellen sicher, dass ein einmal freigegebener Term anschließend an allen Standorten und in allen Projekten durchgängig richtig verwendet wird.

    Best Practices für die Qualitätssicherung in der Übersetzung

    Diese Best Practices bewirken eine durchgängige Qualitätsverbesserung ohne Kostenexplosion.

    Eindeutige Festlegung von Qualitätsstandards

    Ein Qualitätsniveau, das nicht vorab definiert wurde, lässt sich auch nicht zusichern. Die folgende Tabelle zeigt, welche wesentlichen KPIs und Zielerreichungsmetriken wir durch SLAs nachverfolgen und vorgeben.

    KPIMessgrößeTypische Zielvorgabe
    Termingerechte LieferungAnteil der zum Fristablauf oder davor gelieferten Projekte98 %+
    Sprachliche Qualität (LQA)Fehlerquote je Wort oder Segment, gemessen an etablierter FehlertypologieVom Auftraggeber vorgegebener Schwellwert je Inhaltsart
    First Pass YieldProzentanteil der Dateien, die die Überprüfung bestehen, ohne dass ein weiterer Prüfzyklus erforderlich wirdJe Sprachpaar und Service-Level nachgehalten
    TM-NutzungsrateAnteil der aus dem TM wiederverwendeten InhalteProjektspezifisch nachgehalten; höher = geringere Kosten
    KundenzufriedenheitBewertungen, Reklamationsrate und EskalationsrateProjektspezifisch nachgehalten; minimierte Reklamationsrate
    AnsprechzeitBenötigte Zeit zur Beantwortung von Fragen und Anliegen von AuftraggebernNach vereinbarten SLA-Schwellwerten

    Das Grundprinzip sollte nicht aus den Augen verloren werden: Zugesicherte Qualität bedeutet das zuverlässige Erreichen des vereinbarten Qualitätsniveaus, nicht das Streben nach Perfektion bei jedem einzelnen Auftrag.

    Erstellung und Pflege von Termbanken

    Terminologie sollte als lebende Unternehmensressource angesehen werden. Investieren Sie früh in Glossare, Benennungsvorgaben und Translation Memorys, halten Sie sie auf dem neuesten Stand und sorgen Sie für die automatische Einbindung. Diese Investition macht sich im Laufe der Zeit immer stärker bezahlt, da jedes weitere Projekt auf der zuvor erreichten Präzision und Konsistenz aufbaut.

    Kombination aus KI-Effizienz und menschlicher Fachkenntnis

    Das stärkste QA-Modell ist weder vollständig manuell noch komplett automatisiert. Automatisierte Prüfungen sorgen für Skalierbarkeit, Geschwindigkeit und die Einhaltung von Formalien. Menschliche Expertinnen und Experten beurteilen Bedeutung, Nuancen, kulturelle Anpassung und besonders sensible Inhalte. Wir passen die Balance für jeden Service an – von 100 % menschlicher Überprüfung bei kritischen Unterlagen bis hin zu weitgehend KI-getriebenen Abläufen für große Datenmengen. So lösen wir den Konflikt zwischen Qualität und Effizienz auf.

    Schutz vertraulicher Inhalte bei QA-Prozessen

    Die QA betrifft oft die vertraulichsten Unterlagenarten: Patente, Verträge, klinische Daten und Dokumentation zu noch nicht veröffentlichten Produkten. Werden öffentlich zugängliche KI-Lösungen genutzt, können die Inhalte offengelegt oder zum Anlernen der Modelle verwendet werden. Daher verarbeiten wir solche Daten in privaten, kontrollierten Umgebungen, in denen die Daten vor öffentlichem Zugriff geschützt sind. Besonders relevant ist dieser Aspekt für Unternehmen, die geistiges Eigentum verwalten, denn hier ist Geheimhaltung ebenso wichtig wie sprachliche Richtigkeit. Unsere sichere KI-Plattform arbeitet nach ISO-zertifizierten Informationssicherheitsprotokollen und ist vollumfänglich DSGVO-konform. Geheimhaltung ist keine Ergänzung zur Qualitätssicherung. Sie ist ein Teil davon.

    Qualitätssicherung im KI-Zeitalter

    KI hat die zentrale Fragestellung der Qualitätssicherung verändert. War die Frage früher „Enthält diese Übersetzung Fehler?“, so lautet sie jetzt „Können wir diesem Produktionsablauf trauen?“. Qualitätssicherung in einem KI-gestützten Workflow bedeutet Kontrolle über die verwendeten Modelle sowie die Daten, mit denen sie angelernt und betrieben werden, die Prompts, die Steuermechanismen, die Stellen, an denen menschliches Eingreifen vorgesehen ist, und die Rückverfolgbarkeit jeder Entscheidung. Qualitätsanforderungen müssen jetzt so flexibel sein, dass sie auf ganz unterschiedliche Services mit jeweils eigenem QA-Konzept anwendbar sind: etwa menschliche Übersetzung, maschinelle Übersetzung mit Post-Editing, Lokalisierung und KI-generierte Inhalte. Hier setzen sich diejenigen Anbieter an die Spitze, die nachweisen können, dass sie über einen vertrauenswürdigen Prozess verfügen und nicht nur das Prozessergebnis stichprobenartig überprüfen.

    Qualitätssicherung in der Übersetzung: Häufige Fragen und Antworten

    Wie wird die Übersetzungsqualität über verschiedene Sprachen hinweg gemessen?

    Die Qualität wird nach festgelegten Standards in Form von strukturierten Fehlertypologien (einschl. Terminologie, Sinn, Grammatik und Stil) gemessen; hinzu kommen Kenngrößen wie LQA-Fehlerraten je Wort oder Segment, First Pass Yield und TM-Nutzungsgrad. Die Wertungen werden normalisiert, so dass die gleichen Vorgaben über jedes Sprachpaar hinweg gelten. Ein Lektorat durch eine zweite Fachperson stellt einen team- und standortübergreifenden Bewertungsstandard sicher.

    Was ist der Unterschied zwischen linguistischer QA und Funktionsprüfung?

    Die linguistische QA bezieht sich auf die Sprache selbst: Bedeutung, Terminologie, Grammatik, Stil und kulturelle Anpassung. Bei der Funktionsprüfung oder Prüfung im Kontext wird überprüft, ob der übersetzte Text innerhalb des tatsächlichen Produkts funktioniert, also unabhängig von der Leserichtung richtig angezeigt wird, in die vorgesehenen Bereiche passt und weder das Layout des Dokuments noch seinen Code beschädigt. Eine ganzheitliche QA-Lösung für Software und digitale Inhalte erfordert beide Arten von Überprüfung.

    Kann KI die Qualitätssicherung in der Übersetzung durch Menschen ersetzen?

    Ersetzen vielleicht nicht, aber ändern. KI eignet sich hervorragend für automatisierte Überprüfungen, Qualitätsevaluierung und die schnelle Verarbeitung großer Textmengen. Damit macht sie den QA-Prozess schneller und besser skalierbar. Was sie jedoch nicht ersetzen kann, ist das menschliche Urteilsvermögen im Hinblick auf Bedeutung, Nuancen, kulturelle Anpassung und besonders sensible Inhalte. Das solideste Modell kombiniert KI-Effizienz mit menschlicher Fachkenntnis und lückenloser Rückverfolgbarkeit über Modelle, Daten und Entscheidungen hinweg.

    Wie oft sollten Übersetzungsressourcen überprüft und aktualisiert werden?

    Wesentliche Ressourcen (Glossare, Translation Memorys und Styleguides) sollten laufend gepflegt werden, nicht in einem festen jährlichen Turnus. Sie sollten bei jeder Änderung an Produkten, Branding, Regulierungsumfeld oder Terminologie aktualisiert und im Rahmen von regelmäßigen Qualitätsprozessen überprüft werden. Sie als lebende Ressourcen zu betrachten, sorgt langfristig für fortwährende Konsistenz und die bestmögliche Wiederverwendungsrate.

    Welche Branchen erfordern die strengsten QA-Prozesse in der Übersetzung?

    Die strengste QA wird in stark regulierten Sektoren mit hohem Risiko eingesetzt: Biowissenschaften und Pharmazeutik (Patientensicherheit, ISO 13485), Recht und geistiges Eigentum (Präzision und Geheimhaltung), Automobil- und Maschinenbau (Betriebssicherheit) und Finanzen (Konformität mit Branchenregulierungen). In diesen Bereichen sind zertifizierte Prozesse, spezialisierte Fachpersonen für das Lektorat und lückenlose Auditsicherheit nicht nur ein „Nice-to-have“. Sie sind eine zwingende Erfordernis.

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