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  • Juristische Übersetzung und Arten der Umsetzung

    25 minutes

    Juristische Vorgänge machen nicht an Staatsgrenzen Halt. Verträge werden über Rechtssysteme hinweg abgeschlossen, Gerichtsverhandlungen betreffen Parteien aus verschiedenen Ländern, Patente müssen in mehreren Sprachen angemeldet werden und Zulassungsanträge erfordern eine präzise Übersetzung, die im Rechtswesen Bestand hat. In diesen Situationen ist eine Standardübersetzung nicht ausreichend.

    Das Übersetzen von juristischen Dokumenten ist eine spezialisierte Disziplin, die linguistische Präzision und ein tiefes Verständnis der verschiedenen Rechtssysteme voraussetzt. Fehler führen unweigerlich zu Konsequenzen: nicht zugelassene Beweismittel, abgelehnte Anmeldungen, ungültige Verträge oder Compliance-Verstöße. Seprotec verfügt über 35 Jahre Erfahrung im Bereich juristischer Übersetzungen. In diesem Leitfaden erklären wir, was eine juristische Übersetzung umfasst, wo sie Anwendung findet und was eine zuverlässige Übersetzung von einer riskanten unterscheidet.

    Was umfasst die juristische Übersetzung?

    Eine juristische Übersetzung ist die Übersetzung von Dokumenten und Texten im juristischen Kontext: Verträge, Gerichtsbescheide, Rechtsvorschriften, Zulassungsanträge, Patente, Compliance-Dokumente und jeglicher anderer Content, bei dem Rechtswirkung, Vollstreckbarkeit oder Einhaltung von Regularien entscheidend sind.

    Was eine juristische Übersetzung von anderen Arten der Übersetzung unterscheidet, ist die Kombination zweier Anforderungen, die nur selten so zusammenfinden: absolute Präzision der Terminologie und umfassendes Verständnis der betreffenden juristischen Konzepte. Im allgemeinen Sprachgebrauch kann ein Wort eine vollkommen andere Bedeutung haben als in einem konkreten und rechtlich bindenden Kontext im Rechtssystem der Zielsprache. Übersetzende, die diese Unterscheidung nicht verstehen, erstellen einen oberflächlich einwandfreien Text, der jedoch nicht die Bedeutung des Originals widerspiegelt.

    Juristische Übersetzung vs. allgemeine Übersetzung: der Hauptunterschied

    Bei der allgemeinen Übersetzung kann ein kleiner Fehler das Verständnis der Lesenden beeinflussen. Bei der juristischen Übersetzung hingegen kann derselbe Fehler die Bedeutung der Klausel verändern, ein Dokument ungültig machen oder sogar eine Gerichtsverhandlung beeinflussen. Juristische Texte sind so konstruiert, dass sie interpretiert, referenziert und inhaltlich durchgesetzt werden können. Jedes einzelne Wort hat Gewicht.

    Daher müssen Übersetzende im Rahmen von juristischen Übersetzungsdienstleistungen nicht nur ihre Zweisprachigkeit vorweisen, sondern auch im juristischen Bereich ausgebildet worden sein und gearbeitet haben, oder eine tiefgründige Spezialisierung in Rechtsbereichen erworben haben.

    Warum die juristische Übersetzung Expertise verlangt

    Rechtssysteme unterscheiden sich von Land zu Land. Das Common Law (Vereinigtes Königreich, USA, Australien) entscheidet auf Grundlage von Präzedenzfällen. Systeme mit Zivilrecht (Kontinentales Europa, Lateinamerika) arbeiten mit festgeschriebenen Gesetzen. Bestimmte juristische Konzepte haben unter Umständen kein Äquivalent in anderen Systemen, wodurch die Übersetzenden ein möglichst ähnliches Konzept in der Zielsprache finden und jegliche Abweichung klar angeben müssen.

    Die Konsistenz der Terminologie ist ein weiterer Schwerpunkt. Wird in der Klausel eines Vertrags ein bestimmter Begriff verwendet, muss dieser im gesamten Dokument konsistent verwendet werden. Abweichungen erzeugen eine Mehrdeutigkeit, die in juristischen Dokumenten zu Widersprüchlichkeiten führt.

    Arten der juristischen Übersetzung und ihre Anwendungsgebiete

    Nicht alle juristischen Übersetzungen sind vergleichbar. Unterschiedliche Dokumentenarten erfordern unterschiedlich ausgeprägte Fachkompetenzen, Qualitätssicherungsprozesse und unter Umständen juristische Qualifikationen von den Übersetzenden.

    Übersetzung von Verträgen und Vereinbarungen

    Handelsverträge, Partnerschaftsvereinbarungen, Lizenzvereinbarungen, Arbeitsverträge und Geschäftsbedingungen machen den Großteil der juristischen Übersetzungen aus. Diese Dokumente legen Verpflichtungen der Parteien fest, daher ist Präzision unverzichtbar. Ein übersetzter Vertrag muss in der Zielsprache dieselbe juristische Kraft aufweisen wie das Original.

    Übersetzung von Gerichtsdokumenten und Unterlagen zu Rechtsstreitigkeiten

    Urteile, Plädoyers, Beweismittel, Zeugenaussagen, Prozessdokumente und Dokumente des Schriftwechsels mit dem Gericht erfordern eine Übersetzung, die nicht nur die Bedeutung bewahrt, sondern auch die im empfangenden Gericht erwartete formelle Register- und Dokumentstruktur. In vielen Rechtssystemen müssen Gerichtsdokumente durch eine beglaubigte Übersetzung ergänzt werden.

    Übersetzung von Patenten und Unterlagen zu geistigem Eigentum

    Die Patentübersetzung ist eine der technisch am schwierigsten durchzuführenden juristischen Übersetzungen. Patentanmeldungen müssen mit absoluter terminologischer Genauigkeit übersetzt werden: eine ungenaue Abgrenzung im übersetzten Patent kann den Schutz im Rechtssystem der Zielsprache gefährden. Patentübersetzungen erfordern auch die Kenntnis des relevanten technischen Fachbereichs – vom Maschinenbau bis zur pharmazeutischen Chemie – sowie der rechtlichen Rahmenbedingungen.

    Übersetzung von Zulassungsanträgen und Compliance-Dokumenten

    Arzneimittelzulassungen, Zertifizierungen von Medizinprodukten, Anträge bei Finanzregulierungsbehörden und Compliance-Unterlagen zum Umweltschutz erfordern Übersetzungen, die die konkreten sprachlichen Anforderungen der Zielbehörden erfüllen. Fehler oder Inkonsistenzen können zu Ablehnungen, Verzögerungen oder Strafmaßnahmen führen.

    Beglaubigte und beeidigte Übersetzungen

    Einige juristische Dokumente müssen durch eine beglaubigte oder beeidigte Übersetzung ergänzt werden. Dabei handelt es sich um eine Übersetzung, die zusammen mit einer unterschriebenen Erklärung einer entsprechend qualifizierten übersetzenden Person oder Agentur vorgelegt wird, die die Korrektheit der Übersetzung bestätigt. Vereidigte Übersetzende werden in vielen Ländern offiziell durch Gerichte oder Behörden anerkannt. Eine beglaubigte Übersetzung ist oftmals bei Geburtsurkunden, akademischen Nachweisen, Einbürgerungsdokumenten und Vollmachten notwendig, sowie bei Dokumenten, die bei Gericht oder Behörden eingereicht werden.

    Allgemeine juristische Dokumente, die eine professionelle Übersetzung erfordern

    Die folgenden Arten von Dokumenten erfordern so gut wie immer eine professionelle juristische Übersetzung, wenn sie über Staatsgrenzen hinweg verwendet werden:

    • Handelsverträge und Servicevereinbarungen
    • Gerichtsurteile, Gerichtsbeschlüsse und Plädoyers
    • Patentanmeldungen und Patentübersetzungen als Validierung
    • Zulassungsanträge und klinische Dokumentation
    • Arbeitsverträge und Personalunterlagen für internationale Beschäftigte
    • Notarielle Urkunden und Vollmachten
    • Unternehmensdokumente: Gesellschaftsverträge, Entscheidungen der Leitungs- und Kontrollgremien eines Unternehmens, Vereinbarungen mit Anteilseignern
    • Dokumente zu Schieds- und Schlichtungsverfahren
    • Dokumente zu Einbürgerung und Personenstand (Geburts-, Heirats-, Sterbeurkunde)
    • Rechtsgutachten und Expertenberichte

    Anforderungen an juristische Übersetzungen in der EU und anderen Rechtssystemen

    Das Verständnis der besonderen Sprachanforderungen jedes Rechtssystems ist integraler Bestandteil einer juristischen Übersetzung. In der EU gelten sowohl Verpflichtungen auf Ebene der EU als auch der einzelnen Mitgliedsstaaten.

    EU-weite Verpflichtungen an die Sprache

    In der EU werden 24 offizielle Arbeitssprachen verwendet. Die Gesamtheit an Rechtsakten, Schriftverkehr mit EU-Institutionen und Prozessdokumenten muss in allen offiziellen Sprachen vorliegen. Hierbei handelt es sich nicht um eine politische Präferenz, sondern um ein grundlegendes Recht, das durch Artikel 22 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union geschützt ist.

    Verordnung (EU) 2020/1784 über die Zustellung gerichtlicher und außergerichtlicher Schriftstücke in Zivil- oder Handelssachen befasst sich mit den Dokumentenanforderungen über Mitgliedstaaten hinweg. Artikel 12(1) legt klar fest, dass der Empfänger die Annahme des Schriftstücks verweigern darf, wenn das Schriftstück nicht in einer Sprache abgefasst oder keine Übersetzung in eine Sprache beigefügt ist, die der Empfänger versteht oder die der offiziellen Sprache des betreffenden Mitgliedstaates entspricht. Folgen einer Nichteinhaltung können ungültige Inhalte oder eine potenzielle Unwirksamkeit der Verfahren sein.

     

    Anforderungen der Mitgliedsstaaten: Spanien, Deutschland und Frankreich

    Spanien: Spanisch (Kastilisch) ist die Amtssprache des Landes, aber auch Katalanisch, Galizisch und Baskisch sind Ko-Amtssprachen der jeweiligen autonomen Landesteile. In Spanien eingereichte juristische Dokumente werden üblicherweise im gesamten Land auf Spanisch akzeptiert. In Regionen mit signifikantem Einfluss der Ko-Amtssprachen (Katalonien, autonome Gemeinschaft Baskenland, Galicien, Valencia und die Balearen) sind unter Umständen zweisprachige Dokumente für offizielle Zwecke notwendig. Gerichte stellen Dolmetschende ein, falls eine Partei die regionale Sprache nicht versteht.

    Deutschland: Deutsch ist nach § 184 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) die Verfahrens- und Behördensprache des Landes, mit einer Ausnahme für Sorbischsprechende in ihren jeweiligen Heimatregionen (Brandenburg und Sachsen). An deutschen Gerichten und Behörden eingereichte juristische Dokumente müssen auf deutscher Sprache vorliegen, so lange keine Ausnahmen bestehen.

    Frankreich: Die französische Sprache ist für alle Interaktionen mit dem Staat oder Gerichten vorgeschrieben. Dolmetschende können bei Anhörungen unterstützen, doch sind Richterinnen und Richter nicht dazu verpflichtet, auf sie zurückzugreifen, wenn sie die gesprochene Sprache verstehen. Regionale Sprachen wie Bretonisch, Okzitanisch und Elsässisch sind nach Artikel 75(1) verfassungsmäßig anerkannt, und in bestimmten Regionen können Bestimmungen zur Zwei- oder Mehrsprachigkeit existieren.

    Korrektheit und Zuverlässigkeit einer juristischen Übersetzung

    Zur Sicherstellung der Qualität einer juristischen Übersetzung reicht es nicht aus, zweisprachige Rechtsanwältinnen und -anwälte zu beauftragen. Vielmehr ist eine strukturierte Vorgehensweise mit einer mehrstufigen Überprüfung erforderlich.

    Expertise im jeweiligen juristischen Fachbereich

    Das Seprotec-Netzwerk von Übersetzenden für juristische Texte ist in Fachbereiche aufgeteilt: Handelsrecht, IP-Recht, Streitsachen, Arzneimittelrecht, Arbeitsrecht und/oder Finanz-Compliance. Ein Handelsvertrag wird nicht durch dieselbe Fachkraft übersetzt, die eine Patentanmeldung oder Protokolle einer klinischen Studie übersetzt. Fachbereichsexpertise ist eine unverzichtbare Voraussetzung für die juristische Übersetzung.

    Korrektheit der Terminologie und Glossarmanagement

    Wir erstellen und verwalten spezifische Glossare und Translation Memories für Kundinnen und Kunden im Bereich juristischer Übersetzungen. Hierdurch stellen wir sicher, dass Begriffe einheitlich im gesamten Dokument und auch in zukünftigen Projekten verwendet werden. Eine konsistente Terminologie unterbindet Mehrdeutigkeiten.

    Qualitätssicherung und linguistische Überprüfung

    Bei Seprotec durchlaufen juristische Übersetzungen ein Lektorat nach Vier-Augen-Prinzip: auf die Übersetzung folgt ein unabhängiges Lektorat durch eine zweite qualifizierte Fachkraft. Bei besonders kritischen Dokumenten wird unter Umständen eine dritte Fachkraft hinzugezogen. Die Normen ISO 17100 für Übersetzungsdienstleistungen und ISO 9001 für das Qualitätsmanagement sind integraler Bestandteil unserer Arbeit.

    Vertraulichkeit und Datenschutz

    Juristische Dokumente gehören zu den vertraulichsten Geschäftsunterlagen. Unsere Übersetzenden unterliegen bei ihrer Arbeit Vertraulichkeitsvereinbarungen auf Projektebene, Dateien werden mithilfe verschlüsselter Protokolle übermittelt und gespeichert und die gesamte Abwicklung auf unserer Seprotec.ai-Plattform findet in einer privaten geschlossenen Umgebung statt. Content unserer Kundinnen und Kunden wird nicht in öffentliche KI-Modelle eingespeist. Für Kundinnen und Kunden in regulierten Sektoren bieten wir Vereinbarungen zur Datenverarbeitung unter Einhaltung der DSGVO an.

    Beglaubigte juristische Übersetzung: Wann ist sie notwendig?

    Nicht immer ist eine beglaubigte Übersetzung erforderlich. Wenn dies jedoch der Fall ist, stellt die Verwendung einer nicht beglaubigten Übersetzung ein großes Risiko.

    Beglaubigte Übersetzungen werden üblicherweise in den folgenden Fällen benötigt:

    • Einreichung von Dokumenten bei Gerichten oder Schlichtungsstellen
    • Einreichung von Dokumenten bei Regierungsbehörden oder Einwanderungsbehörden
    • Einreichung von akademischen Nachweisen zwecks Anerkennung oder Visumsanträgen
    • Einreichung geschäftlicher Dokumente in einem ausländischen Rechtssystem
    • Vorlage von notariellen Urkunden, Vollmachten oder Personenstandsbeurkundungen bei amtlichen Stellen

    Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Land sowie Art des Dokuments und der Institution. In Spanien müssen vereidigte Übersetzende („traductores jurados“) offiziell durch das Spanische Außenministerium zugelassen werden. In Deutschland müssen beeidigter Übersetzende vor einem zuständigen Gericht vereidigt werden. Im Vereinigten Königreich erfordert eine beglaubigte Übersetzung üblicherweise eine von professionellen Übersetzenden oder Agenturen unterschriebene Erklärung, die die Korrektheit des Inhalts bescheinigt, ohne dass eine formelle staatliche Akkreditierung erfolgt.

    Vor der Beauftragung einer juristischen Übersetzung für die spätere Einreichung bei einer Behörde müssen die genauen Beglaubigungsanforderungen der empfangenden Institution in Erfahrung gebracht werden.

    Auswahl eines Dienstleisters für juristische Übersetzungen

    Das Risikoprofil der juristischen Übersetzung erfordert eine sorgfältige Auswahl des Anbieters.

    Fachbereichsspezialisierung überprüfen. Eine Agentur für allgemeine Übersetzungen ohne Erfahrung im Bereich juristischer Übersetzungen ist nicht geeignet für die Übersetzung von Verträgen oder Patentanmeldungen. Fragen Sie nach, welche juristischen Fachbereiche der Anbieter abdeckt und welche Referenzen er in diesen Bereichen vorweisen kann.

    Qualitätszertifizierungen einsehen. ISO 17100 ist die Internationale Norm für Übersetzungsdienstleistungen. ISO 9001 deckt das allgemeine Qualitätsmanagement ab. Für Dokumente mit persönlichen Daten oder gewerblich sensiblen Informationen ist die ISO 27001 für das Informationssicherheitsmanagement von Bedeutung.

    Beeidigungsnachweise prüfen. Wird eine beeidigte oder beglaubigte Übersetzung benötigt, muss sichergestellt werden, dass die Übersetzenden die im empfangenden Rechtssystem erforderlichen Nachweise vorlegen können.

    Vertraulichkeitsprotokolle bewerten. Fragen Sie nach, ob die Übersetzenden projektbezogene Vertraulichkeitsvereinbarungen unterschrieben haben, welche Dateiübertragungsverfahren zum Einsatz kommen, ob Machine Translation eingesetzt wird (und wenn ja, ob dies in einer privaten oder öffentlichen Umgebung geschieht) und welche Richtlinien zur Datenspeicherung und -aufbewahrung gelten.

    Referenzen oder Fallstudien anfordern. Ein Anbieter für juristische Übersetzungsdienstleistungen mit langjähriger Erfahrung kann Referenzen von Kanzleien, Rechtsabteilungen, Gerichten und Behörden vorweisen. Wir arbeiten täglich mit Kanzleien, Rechtsabteilungen, Behörden und staatlichen Stellen in den Bereichen Zivil-, Straf-, Handels-, IP-, Arbeits-, Steuer-, Verfassungs- und Völkerrecht zusammen.

    Fragen bei der juristischen Übersetzung

    Wie sieht eine juristische Übersetzung aus?

    Ein Beispiel ist ein Vertrag zwischen einem spanischen Unternehmen und einem deutschen Partnerunternehmen, der in beiden Ländern Rechtskraft haben muss. Weitere Beispiele sind die Übersetzung von Gerichtsbeschlüssen für Vollstreckungen im Ausland, die Übersetzung eines Patents aus dem Englischen ins Französische für die EU-Validierung, oder die Übersetzung von Arbeitsverträgen internationaler Mitarbeitender in regionale Sprachen.

    Wer kann juristische Dokumente übersetzen?

    Im Grunde genommen kann jeder Mensch eine Übersetzung anfertigen. Ob jedoch die Übersetzung vor einem Gericht, einer Behörde oder von einem Vertragspartner anerkannt wird, ist eine ganz andere Frage. Für die Übersetzung eines Dokuments mit Rechtskraft wird eine qualifizierte Fachkraft benötigt. Für Dokumente, die bei offiziellen Stellen eingereicht werden, können bestimmte Beglaubigungsanforderungen gelten.

    Wodurch zeichnen sich Übersetzende für juristische Texte aus?

    Übersetzende für juristische Texte sind hochspezialisiert. In vielen Ländern existiert zudem das Konzept von ver- oder beeidigten Übersetzenden. Dabei handelt es sich um eine offiziell durch Gerichte oder Behörden anerkannte Fachkraft, die dazu befähigt ist, rechtlich beglaubigte Übersetzungen anzufertigen. Titel und Anerkennungssysteme können sich von Land zu Land unterscheiden.

    Kann ich selbst eine juristische Übersetzung anfertigen?

    Für interne Zwecke kann eine Gebrauchsübersetzung ausreichen. Muss diese jedoch einem Gericht, einer Behörde, einem Vertragspartner oder einer Regulierungsbehörde vorgelegt werden, ist diese Vorgehensweise nicht zulässig. Das Risiko von begrifflichen Fehlern, strukturellen Unstimmigkeiten oder fehlenden Beglaubigungen macht die professionelle juristische Übersetzung zur einzigen tragfähigen Lösung für Dokumente, die juristische Auswirkungen haben.

    Wie lange dauert eine juristische Übersetzung?

    Die Bearbeitungszeit hängt von der Länge, der Sprachkombination und der Komplexität des Dokuments sowie davon ab, ob eine Beglaubigung benötigt wird. Die Übersetzung eines Vertrags mit 2000 bis 3000 Wörtern erfordert inklusive Lektorat üblicherweise 2 bis 3 Arbeitstage. Kürzere Bearbeitungszeiten sind möglich, führen aber zu höheren Kosten und können die Qualität beeinflussen. Bei komplexen Dokumenten, die besondere Fachkenntnisse erfordern (Patente, Anträge für klinische Zwecke oder Mehrparteienvereinbarungen) sollte vor Projektbeginn ein realistischer Zeitplan festgelegt werden.

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